DFB-Länderspielsaisons
14 videos • 23,450 views • by GermanFootball Nachdem das DFB-Team mit dem blamablen Aus bei der EM 2000 endgültig auf dem Tiefpunkt angekommen war, folgten zwei "Zitterqualifikationen" zu den nächsten Turnieren. In Asien wurde ein mehr als glücklicher Finaleinzug gefeiert und 2004 schied man unglücklich nach der Vorrunde aus. Nach Völlers Rücktritt kam Klinsmann auf den Trainerstuhl und veränderte grundlegend die alten Strukturen im DFB. Die Nachwuchsarbeit wurde unter Meyer-Vorfelder und Vogts um die Jahrtausendwende schon grundlegend verändert und somit sicherlich die Basis für den aktuellen Erfolg gelegt. Taktisch wurde unter Klinsmann die Viererkette eingeführt, die längst überflüssig war. Zudem gab es im FS gegen Brasilien (08/2004) endlich mal wieder einen Punkt gegen eine Big7-Nation (Brasilien, Argentinien, Italien, Spanien, Frankreich, Niederlande, England), nachdem 8 von 9 Spielen verloren wurden (Ausnahme das 1-1 gegen Holland bei der EURO 2004 - immerhin (!)). Im letzten Spiel im "alten" Wembley wurde mit England die letzte große Nation geschlagen (10/2000). Außerdem kamen neue Fitnesscoaches, schnelleres Umschaltspiel und damit verbunden kürzere Ballbesitzzeiten pro Spieler. Neues Spielermaterial kam aber auch unter Klinsmann nicht viel, da selbst die 80er Jahrgänge bis 1988 wenig "Material" boten. Selbst unter Löw waren am Anfang leistungsstarke Debütanten rar. Hier mal die besten: Mertesacker, Hitzlsperger, Jansen, Huth (Klinsmann) und im ersten Löw-Jahr Gomez, Trochowski, Fritz. Dazu viele Eintagsfliegen Fahrenhorst, Görlitz, Engelhardt, Schulz, Owomoyela, Hanke, Odonkor, Fathi, Schlaudraff, Madlung. Unter Klinsi gab es zwar immer noch keinen Sieg gegen einen Großen, aber immerhin 4 Remis und eine unglückliche 2:3 Niederlage gegen Brasilien während des Confed-Cups 2005. Dann erschütterte das 1:4 gegen Italien (03/2006) die Nationalmannschaft in ihren Grundfesten. Klinsmann stand heftig in der Kritik und sein häufiges Verweilen in Amerika war ein gefundenes Fressen. Die WM 2006 entfachte dann jedoch eine Euphorie, die nicht zu erwarten war. Das DFB-Team war danach beliebt wie schon lange nicht mehr, obwohl die Spielweise immer noch sehr defensiv war. Nach 10 Jahren, wo der deutsche Fussball viel an Reputation verloren hatte, war man einfach schon mit kleinen Verbesserungen zufrieden. Nach der Party in Stuttgart folgte Assistent Löw als Chefcoach. Er führte den eingeschlagenen Weg fort und schlug, mit einer "B-Elf" nach 7 Jahren, endlich wieder eine große Nation. Dieses Mal, wie konnte es anders sein, im "neuen" Wembleystadion. Die Quali zur EURO 2008 verlief problemlos. In den Alpenländern konnte man, bis auf Portugal (3:2) zwar nicht spielerisch überzeugen, aber am Ende stand der Finaleinzug und eine verdiente Niederlage gegen Spanien (0:1). Nach und nach zeigte nun auch das Nachwuchskonzept Erfolge und heutige Leistungsträger wie Neuer, Boateng, Khedira, Özil und Kroos wurden eingebaut. Leider verletzte sich der "Capitano" Ballack vor der WM 2010 sehr schwer und fiel für das Turnier aus. Dadurch formierte sich ein ganz junges Mittelfeld, welches im Durchschnitt 22,8 Jahre alt war. Die Startelf war insgesamt mit 24,8 die jüngste deutsche aller Zeiten und praktizierte ein nicht für möglich gehaltenes Umschaltspiel, welches die ganze Welt begeisterte. Erstmals seit dem Finalsieg 1990 wurde wieder eine der Big7-Nationen bei einem Turnier geschlagen und dann in so fulminanter Art und Weise, sowohl England (1:4) als auch Argentinien (0:4) deren höchste WM-Niederlagen zugeführt. Die Spanier erwiesen sich dann als mindestens eine Nummer zu groß und gaben uns, auf meiner Meinung nach ihrem Zenit, keine Chance (0:1). Leider fehlte nach einer blöden gelben Karte, der Shooting-Star des Teams - Thomas Müller. Nach der WM konnten weiterhin viele tolle Spieler ihr Debüt geben, u.a. Hummels, Gündogan, Götze, Reus, Draxler und die Benders. Zudem wurden weitere große Nationen endlich wieder bezwungen: Brasilien (3:2) und die Niederlande (3:0). England wurde 2007 nach 7 Jahren, Argentinien 2010 nach 20 Jahren, Brasilien 2011 nach 18 Jahren und die Niederlande 2011 nach 16 Jahren wieder besiegt. Mit dem neuen Spielermaterial wurde ebenfalls der Spielstil immer mehr in Richtung Ballbesitz und Kontrolle und weg vom reinen Konterspiel gelegt. Die Quali wurde ohne Punktverlust beendet und mit weiteren Siegen bei der EURO 2012 ein neuer Rekord mit 15 Pflichtspielsiegen in Folge aufgestellt. Das Halbfinale wurde gegen starke Italiener verloren, unter gütiger Mithilfe durch individuelle Fehler von Hummels (0:1) und Lahm/Badstuber (0:2) und einer schlecht gewählten Taktik. Nach einer erneut souveränen Quali wurde 2014 endich der lang ersehnte Titel gewonnen. Mit dem 7:1-Rekordsieg gegen Brasilien hat man nun auch 6 der 7 Big-Nations bei Turnieren geschlagen. Einzig unser Angstgegner Italien fehlt noch in der Sammlung, vielleicht dann 2016...